Wofür gibt es Corona-Entschädigung und wer hat Anspruch?

Erwerbsausfall wegen angeordneter Betriebsschliessung

Selbständig­erwerbende, die nach dem 16. September 2020 aufgrund von Betriebs­schliessung gestützt auf Art. 6 Abs. 2 Bst. a und b und Art. 40 Epidemiengesetz oder auf­grund einer vom Kanton angeordneten Betriebs­schliessung einen Erwerbs­ausfall haben, können Corona-Entschädigung beantragen. Corona-Entschädigung ist auch möglich für die mitarbeitenden Ehepartner oder eingetragenen Partner. Ausnahme: Wer bereits Anspruch auf Leistungen einer anderen Sozial- oder Privat­versicherung hat, hat keinen Anspruch auf Corona-Entschädigung.

Der Anspruch betreffend vom Bund angeordnete Betriebsschliessung besteht seit 22. Dezember 2020 und dauert bis 30. Juni 2021. 

Der Anspruch besteht ab dem 17. September 2020 bis zum 30. Juni 2021.

Erwerbsausfall wegen erheblicher Umsatzeinbusse

Seit 1. April 2021 gilt: Selbständig­erwerbende, die infolge von Mass­nahmen gegen das Corona­virus pro Monat eine Umsatz­einbusse von mindestens 30 Prozent im Vergleich zum durch­schnittlichen Umsatz der Jahre 2015 bis 2019 hatten, können Corona-Entschädigung beantragen. Für die Zeit vom 17. September bis 18. Dezember 2020 berechtigte eine Umsatzeinbusse von mindestens 55 Prozent zum Leistungsbezug und vom 19.12.2020 bis 31.03.2021 eine Umsatzeinbusse von mindestens 40 %. Voraussetzung ist in jedem Fall ein AHV-pflichtiges Einkommen von mindestens CHF 10'000.00 im Jahr 2019. Corona-Entschädigung ist auch möglich für die mitarbeitenden Ehepartner (eingetragene Partner).

Der Anspruch besteht ab dem 17. September 2020 bis zum 31. Dezember 2021.

Häufige Kundenfrage: «Was ist mit ‹Umsatz› gemeint?»
Im Anmeldeformular für die Corona-Entschädigung wird nach dem Umsatz gefragt. Gemeint ist das Total aller Einnahmen (brutto). Wir müssen wissen: Wie hoch waren die Gesamteinnahmen des Unternehmens?

Erwerbsausfall wegen abgesagter Veranstaltungen

Selbständig­erwerbende, die nach dem 16. September 2020 auf­grund einer Mass­nahme nach Art. 6 Abs. 2 Bst. a und b und Art. 40 Epidemiengesetz eine Veranstaltung haben absagen müssen beziehungs­weise vom Kanton keine Bewilligung für die Durch­führung erhalten haben und dadurch einen Erwerbs­ausfall erlitten haben, können Corona-Entschädigung beantragen: Selbständig­erwerbende Veranstalter, Zulieferer (z. B. Catering), Dienst­leister (z. B. Messe­bau, Licht- und Ton­technik, Zelt­bau) sowie frei­schaffende Künstlerinnen und Künstler (z. B. Musikerinnen, Autoren). Corona-Entschädigung ist auch möglich für die mitarbeitenden Ehepartner oder eingetragenen Partner.

Die Entschädigung wird jeweils für den ganzen Kalender­monat ausbezahlt. Für Ansprüche vom 17. September bis zum 31. Oktober 2020 genügt eine Anmeldung.

Der Anspruch besteht ab dem 17. September 2020 bis zum 30. Juni 2021.

Erwerbsausfall wegen Wegfalls der Fremdbetreuung für Kinder

Selbständig­erwerbende, die die Erwerbs­tätigkeit unter­brechen mussten, weil die Fremd­betreuung ihrer Kinder nicht mehr gewähr­leistet war, können Corona-Entschädigung beantragen. Anspruch besteht für Kinder unter 12 Jahren (Ausnahme­regelung für ältere Kinder und Jugendliche mit gesund­heitlicher Beeinträchtigung). Voraus­setzung ist eine behörd­lich angeordnete vorüber­gehende Betriebs­schliessung (Schule, Kinder­garten oder Sonder­einrichtung) oder eine ärzt­lich oder behörd­lich angeordnete Quarantäne der für die Betreuung vorgesehenen Person (z. B. Grosseltern).

Der Anspruch besteht bis zum 31. Dezember 2021.

Erwerbsausfall wegen angeordneter Quarantäne

Selbständig­erwerbende, die auf ärztliche oder behördliche Anordnung in Quarantäne gehen mussten, können Corona-Entschädigung beantragen. Der Anspruch endet mit Aufhebung der Quarantäne, spätestens wenn 7 Taggelder (bis 7. Februar 10 Taggelder) ausbezahlt sind.

Kein Anspruch auf Corona-Entschädigung

  • Wer krank­geschrieben war, hat keinen Anspruch auf Corona-Entschädigung. Anspruch hat nur, wer auf­grund von Kontakt mit einer positiv getesteten oder mut­masslich infizierten Person auf behörd­liche oder ärzt­liche Anordnung in Quarantäne gehen musste.
  • Wer ohne ärzt­liche oder behörd­liche Anordnung – also frei­willig – in Quarantäne ging, hat keinen Anspruch auf Corona-Entschädigung. Auch dann nicht, wenn die SwissCovid-App einen Risiko­kontakt gemeldet hatte.
  • Wer in ein Risiko­gebiet gereist war und sich nach der Rück­kehr in die Schweiz in Quarantäne begeben musste, hat keinen Anspruch auf Corona-Entschädigung. Aus­nahme: Bei der Abreise stand das Gebiet noch nicht auf der Liste der Staaten und Gebiete mit erhöhtem Ansteckungs­risiko, und es war auch nicht offiziell angekündigt, dass es auf die Liste kommen würde. Das Bundes­amt für Gesund­heit passt die Liste laufend an.
  • Wer während der Quarantäne Anspruch hatte auf Leistungen einer Kranken­taggeld­versicherung, hat keinen Anspruch auf Corona-Entschädigung.

Wie hoch ist die Entschädigung?

Sie beträgt 80 Prozent des durch­schnittlichen AHV-pflichtigen Einkommens vor Beginn des Anspruchs, höchstens CHF 196.00 pro Tag. Basis für die Berechnung ist die aktuellste AHV-Beitrags­verfügung des Jahres 2019.

Pro Tag ist nur eine Entschädigung (1 Tag­geld) möglich.

Antrag an die zuständige Ausgleichskasse

Selbständigerwerbende, die Mitglied der Ausgleichs­kasse des SVZ Thurgau sind, beantragen die Corona-Entschädigung mit dem rechts verlinkten Online-Formular.

Im Formular sind nebst den Angaben zur mit­arbeitenden Ehe­partnerin oder zum mit­arbeitenden Ehe­partner immer auch die voll­ständigen Angaben zur Erwerbs­tätigkeit der Selbständig­erwerbenden, des Selbständig­erwerbenden erforderlich.

Wer einer anderen Ausgleichs­kasse angeschlossen ist, wendet sich an jene.

Wichtige Mitteilung

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