Während längstens 98 Tagen können Frauen eine Mutterschafts­entschädigung beziehen. Sie beträgt üblicher­weise 80% des letzten AHV-pflichtigen Lohnes und ist an bestimmte Voraus­setzungen gebunden. 

Für Mütter deren Kinder nach der Geburt länger wie 14 Tage im Spital bleiben müssen, verlängert sich der Anspruch um die Zeit im Spital, höchstens aber um 56 Tage. Dies jedoch nur dann, wenn die Mütter nach Ende des Mutter­schafts­urlaubs wieder eine Erwerbs­tätigkeit ausüben.

Für die Ehefrau der Mutter, die im Sinne von Art. 255a Abs. 1 ZGB als anderer Elternteil gilt, sind die Bestimmungen zur Vaterschaftsentschädigung analog anwendbar.

Die Anmeldung kann erst nach der Geburt eingereicht werden.

Anspruch

Anspruch haben Frauen, die bei der Geburt des Kindes eine der auf­gelisteten Bedingungen erfüllen.

Wenn sie

  • Arbeitnehmerinnen sind.
  • Selbständigerwerbende sind.
  • im Betrieb des Ehemannes, der Familie oder des Konkubinats­partners mitarbeiten und einen Bar­lohn vergütet erhalten.
  • arbeitslos sind und entweder bereits ein Taggeld der Arbeitslosen­versicherung beziehen oder die Anspruchs­voraus­setzungen erfüllen würden.
  • wegen Krankheit, Unfall oder Invalidität arbeitsunfähig sind und deswegen Taggeld­leistungen einer Sozial- oder Privat­versicherung beziehen, sofern dieses Taggeld auf einem vor­an­gegangenen Lohn berechnet wurde.
  • in einem gültigen Arbeits­verhältnis stehen, aber keine Lohn­fort­zahlung oder Taggeld­leistung erhalten, weil der Anspruch ausgeschöpft ist.

Der Anspruch auf die Mutter­schafts­entschädigung entsteht, wenn diese Anspruchs­berechtigten sowohl

  • während neun Monaten unmittelbar vor der Geburt des Kindes nach AHV-Gesetz obligatorisch versichert waren.

als auch

  • in dieser Zeit mindestens fünf Monate lang eine Erwerbs­tätigkeit ausgeübt haben.

Bei vorzeitiger Geburt reduziert sich die neun­monatige Ver­sicherungsfrist.

In der EU und EFTA zurückgelegte Versicherungs- und Be­schäfti­gungs­zeiten werden berück­sichtigt. Der Nachweis muss vom aus­ländischen Ver­sicherungs­träger mit dem Formular E104 erbracht werden.

Berechnung

Grundlage für die Berechnung ist das letzte AHV-pflichtige Einkommen.

Berücksichtigt wird das Ein­kommen aller Arbeit­geber, bei denen bei der Geburt ein gültiges An­stellungs­verhältnis bestand, wie auch das Ein­kommen aus selb­ständiger Erwerbs­tätigkeit. Pro Tag sind es aber höchstens CHF 196.00.

Mit dem Rechner rechts können Sie die Höhe der voraussichtlichen Entschädigung ermitteln.

Werden bei der Geburt des Kindes Taggelder der Arbeitslosen-, Invaliden-, Unfall- oder Militär­versicherung bezogen, oder besteht ein Anspruch auf Ent­schädigung für Dienst­leistende, geht die Mutterschafts­entschädigung diesen vor. Sie entspricht mindestens dem bisher bezogenen Taggeld.­

Anmeldung

Der Anspruch auf die Mutterschaftsentschädigung kann von folgenden Personen geltend gemacht werden:

von der Mutter

Arbeitnehmerin

  1. Senden Sie die Anmeldung  Anmeldung Mutterschaftsentschädigung – Angaben der Mutter mit allen Unterlagen direkt online an die für Ihren Arbeitgeber zuständige Ausgleichskasse

  2. Bitten Sie alle Ihre Arbeitgeber, die  Anmeldung für eine Mutterschaftsentschädigung − Angaben Arbeitgebenden auszufüllen. Dazu übermitteln Sie jedem Arbeitgeber die ID-Nummer, welche Sie mit der Bestätigungsmail erhalten haben. Dazu übermitteln Sie jedem Arbeitgeber die ID-Nummer, welche Sie mit der Bestätigungsmail erhalten haben.

  3. Reichen Sie das Unterschriftenblatt per Post ein.

Selbständigerwerbende

Senden Sie Ihre Anmeldung mit allen Unterlagen direkt online an die zuständige Ausgleichskasse, bei welcher Sie die Sozialversicherungsbeiträge abrechnen.

Arbeitslos

Senden Sie Ihre Anmeldung mit allen Unterlagen direkt online an die zuständige Ausgleichskasse, bei welcher Sie zuletzt Sozialversicherungsbeiträge abgerechnet haben. Fragen Sie Ihren letzten Arbeitgeber.

Vom Arbeitgeber

  1. Die Mutter füllt das Formular Anmeldung Mutterschaftsentschädigung – Angaben der Mutter aus und erhält eine fallspezifische ID-Nummer per E-Mail.

  2. Mit der ID-Nummer der Arbeitnehmerin können Sie das Formular Anmeldung für eine Mutterschaftsentschädigung − Angaben Arbeitgebenden ausfüllen und reichen Sie es online oder per Post der auf dem Formular aufgeführten Arbeitslosenkasse ein.

  3. Reichen Sie das Unterschriftenblatt per Post ein.

Von den Angehörigen

Wenn die Mutter ihren Unterhalts- oder Unterstützungs­pflichten nicht nachkommt.

Auszahlung

Die Mutterschafts­entschädigung gilt als Einkommen. Deshalb werden davon AHV/IV- und EO-Beiträge abgezogen. Für Arbeit­nehmerinnen wird zudem der Beitrag an die Arbeitslosen­versicherung abgezogen.


Wenn der Arbeitgeber die Lohnfort­zahlungen leistet, zahlt die Aus­gleichs­kasse die Mutter­schafts­entschädigung dem Arbeit­geber aus. Sie rechnet dabei die AHV/IV- und EO-Beiträge des Arbeit­gebers auf.